Samstag, 25. November 2017
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Betreuung an Privatschule vor Ort

Privatschulbesuch: Sicherstellung der Fürsorge


Da die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigen eines Gastschülers als gesetzliche Vormunde in den allermeisten Fällen nicht mit vor Ort im Gastland sind, muss man sich im Rahmen der Bewerbung über die Bestimmungen des Gastlandes bzw. der Gastschule bezüglich der Betreuungsvorgaben erkundigen. Im Fall des Besuchs einer Tagesschule übernimmt oft die Gastfamilie die Fürsorge für den Schüler. Je nach Gastland und je nach Schule trägt die zuständige Schulbehörde, die Gastschule, die Boarding-Einrichtung oder die ausländische Partnerorganisation einer deutschen Beratungsagentur die Verantwortung für den Jugendlichen. Falls Verwandte, Bekannte oder Geschäftspartner im Gastland leben, können möglicherweise diese die Betreuungsfunktion ausüben.

 

Die offiziellen Begriffe für diejenigen Personen, die dem deutschen Jugendlichen in englischsprachigen Gastländern als Betreuer und Aufsichtsperson beiseite stehen, variieren. Besonders geläufig ist vielen die Bezeichnung "guardian", wobei hiermit genau genommen ein "educational guardian" und kein "legal guardian" gemeint ist. Während "legal guardian" im Englischen den gesetzlichen Vormund bezeichnet, also die Erziehungsberechtigten und somit im Regelfall die leiblichen Eltern, die ja im Heimatland bleiben, versteht man unter einem "educational guardian" einen Ansprechpartner für alle Belange vor Ort im Gastland. Er steht dem Gastschüler für die Zeit seines Schulaufenthalts im Ausland als Begleiter zur Seite und "vertritt" sozusagen den gesetzlichen Vormund ("legal guardian"). Während in Großbritannien und Irland die Bezeichnung "(educational) guardian" gebräuchlich ist, werden in den anderen englischsprachigen Ländern mitunter die Begriffe "custodian" (USA, Kanada), "caregiver" und "(welfare) supervisor" (Australien) und "residential caregiver" (Neuseeland) verwendet.

 

Die zu gewährleistende Betreuung wird je nach Gastland entweder durch die Visabestimmungen oder durch die Regularien des jeweiligen Landes vorgeschrieben oder alternativ bzw. zusätzlich von der gastgebenden Schule festgelegt. Zwei Beispiele: Zur Beantragung der kanadischen "study permit" benötigen deutsche Jugendliche einen beglaubigten Nachweis darüber, dass vor Ort in Kanada ein "custodian" die Aufgabe der leiblichen Eltern übernimmt. Der neuseeländische "Code of Practice for the Pastoral Care of International Students", den jede Schule unterschreiben muss, die internationale Schüler aufnehmen möchte, legt fest, dass deutsche Schüler in Neuseeland einen "residential caregiver" brauchen.

 

Beispiel Großbritannien: Guardian und Guardianship Agencies

 

Zur Veranschaulichung sollen als Fallbeispiel die britischen Boarding Schools dienen: Während deutsche Schüler für einen Schulaufenthalt in Großbritannien kein Visum benötigen und es somit keine visarechtlichen Vorgaben in Bezug auf die zu gewährleistende Betreuung gibt, verlangt die Mehrheit britischer Internate, dass jeder deutsche Schüler unter 18 Jahren für die Dauer des Aufenthalts einen "guardian" nachweist. Dieser "guardian" muss Staatsangehöriger Großbritanniens sein und kümmert sich um das Wohlergehen und die Belange des Schülers. Übernehmen können diese Aufgabe entweder einzelne Personen wie z.B. eigene Verwandte oder Bekannte in Großbritannien. Gelegentlich kann auch die Boarding School Personen vorschlagen. Für gewöhnlich bieten die britischen Internate jedoch keinen eigenen Service an. Etabliert hat sich in Großbritannien die Variante, eine "Guardianship Agency" oder "Guardianship Organisation" einzuschalten.

 

Diese versteht sich als Dienstleistungsunternehmen und kann – je nach Service und Strukturen – folgende Aufgaben und Funktionen übernehmen:

 

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Ansprechpartner für die Eltern des Schülers und Mittler zwischen Schüler, Schule und Eltern

 

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regelmäßige Gespräche und Treffen mit dem Schüler, um sich nach dessen Wohlergehen zu erkundigen

 

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Vertreter der Eltern des Schülers und somit berechtigt, Formalitäten zu erledigen, Unterschriften zu leisten, medizinische Entscheidungen zu treffen usw.

 

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Unterstützung bei alltäglichen und praktischen Dingen (z.B. beim Kauf von Schuluniform, Sportausrüstung, Mobiltelefon usw.)

 

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Beratung in akademischen Belangen in Absprache mit der Schule bzw. den Lehrern

 

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Teilnahme an Schulveranstaltungen, Elternsprechtagen etc.

 

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Suche nach und Bereitstellung einer geeigneten Gastfamilie für Wochenenden oder Ferien, während denen der Schüler das Internat verlassen muss

 

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Ansprechpartner im Rahmen von 24-Stunden-Notfall-Services und Hilfestellung z.B. im Fall von Erkrankungen, Trauerfällen, Diebstählen (z.B. Pass, Reisedokumente), Schulverweis

 

- Flughafentransport und Hilfestellung bei zukünftigen Reiseplanungen.

 

Oft bieten die Agenturen verschiedene "Pakete" an Dienstleistungen an, sodass die Intensität der Betreuung selbst gewählt werden kann. Je intensiver die Fürsorge, desto teurer ist der Service.
Pro britischem Trimester ("term") sind je nach Agentur und je nach ausgewählten Leistungen zwischen 300 und 1.200 Euro zu zahlen, wobei es sich hierbei nur um einen Richtwert handelt. Für die Unterbringung in Gastfamilien während freier Wochenenden oder Ferien fallen zusätzlich Kosten an. Im Vorfeld sollte erfragt werden, wer offiziell die Aufgabe des "guardian" übernimmt. Je nach "Guardianship Firm" kann das entweder der Geschäftsführer sein, oder aber die Gastfamilie, bei der der Boarding School-Schüler freie Wochenenden oder Feiertage verbringt. Größere "Guardianship Agencies" können die Betreuung der Schüler durch den Einsatz lokaler Mitarbeiter, genannt "local co-ordinators" gewährleisten. Diese übernehmen die Betreuung der Schüler vor Ort und den Kontakt mit der Gastschule und den Eltern in Deutschland, ohne selbst offiziell die Funktion eines "guardian" zu erfüllen.

 

Auf den Webseiten der "Association for the Education and Guardianship of International Students" (AEGIS) ermöglicht eine Suchmaske die Recherche nach britischen Agenturen, die in der Region tätig sind, wo die ausgewählte Gastschule liegt. AEGIS bezeichnet sich selbst als unabhängige Institution, die 1994 mit dem Ziel gegründet wurde, "Guardianship"-Agenturen auf ihre Seriosität zu überprüfen und zu akkreditieren. Die Agenturen, die AEGIS angehören, haben sich im Interesse der durch sie betreuten internationalen Schüler zur Einhaltung diverser Grundsätze verpflichtet, die als "Code of Practice" auf der eingesehen werden können. Der "Guardianship Agency"-Markt in Großbritannien ist im Vergleich zu anderen englischsprachigen Gastländern mit Abstand der größte. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass die Institution des "guardian", in der Form wie sie in Großbritannien existiert, gerade im Bereich der Boarding Schools eine besondere Tradition hat: In der Regel wird über eine britische "Guardianship Agency" ein externer, von der Boarding School unabhängiger "guardian" eingesetzt.

 

Im Fall des Besuchs einer britischen Tagesschule und im Fall der anderen Gastländer ist es nicht möglich, allgemeingültige Aussagen darüber zu treffen, ob prinzipiell immer eine extern beauftragte Person, die Schule, die zuständige Schulbehörde, die Gastfamilie, die Boarding- Einrichtung oder der ausländische Partner der deutschen Beratungsagentur die offizielle Funktion des Betreuers (also des "guardian", "custodian", "caregiver", "supervisor") übernimmt. Das Feld der "Betreuung vor Ort" ist für zukünftige Gastschüler und deren Familien somit schwer überschaubar. Nicht nur in Bezug auf den Aspekt der Betreuungsstrukturen kann eine deutsche Beratungsagentur den Wald lichten. Aufgrund ihrer Erfahrung und der Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Partnerorganisationen und/oder Schulbehörden und Schulen kennt sie sich aus und weiß, welche Schritte und Maßnahmen notwendig sind.

 

Rund um die eigentliche Bewerbung:

 

Bewerbungszeitpunkt - Bewerbungsunterlagen - Bewerbungsablauf - Hilfestellung bei Bewerbung

 


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Privatschulanbieter

Internat Organisation

Austauschorganisationen, die einen Privatschul- oder Internat-
aufenthalt anbieten, stellen sich und ihre Programme genauer vor.

JuBi - JugendBildungsmesse

Bewerbung Internat

 

Die JugendBildungsmesse JuBi ist eine der deutschlandweit größten Spezial-Messen zum Thema Bildung im Ausland. Jugendliche und ihre Eltern können sich dort über Privatschulprogramme und andere Auslandsaufenthalte informieren.

Stipendien

 

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