Freitag, 22. September 2017
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Wohnen im Privatschul-Internat

Private Boarding School


 

Gastschüler entscheiden sich üblicherweise für die Option, sieben Tage die Woche im Internat zu wohnen. Diese Boarding-Variante heißt z.B. in Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland "full boarding" oder auch "seven-day boarding". Manche Schulen, z.B. in Großbritannien oder Irland, bieten darüber hinaus oder anstelle dieses "full boarding" die Optionen des "weekly boarding" bzw. "five-day boarding" und des "flexible boarding" an. In diesen Fällen leben die Jugendlichen werktags im Internat und kehren an den Wochenende heim ("weekly boarding" bzw. "five-day boarding") oder wohnen sogar nur einen Teil der Woche, also ein paar Nächte, im Internat ("flexible boarding"). Sollte die Wahl auf eine Schule fallen, die neben dem "full boarding" weitere Formen anbietet, sollte vorab erfragt werden, wie viele Schüler normalerweise welche Form wählen. Denn je weniger Schüler an den Wochenenden im Internat bleiben, desto weniger organisierte Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen finden an den Samstagen und Sonntagen statt.

 

Viele Internate schließen für vorher festgelegte Wochenenden im Jahr ihren Betrieb. Alle Jugendlichen müssen an diesen Wochenenden, die in Großbritannien, Irland und Australien als "exeat weekends" bezeichnet werden, die Unterkünfte verlassen. Während einheimische Schüler nach Hause zu ihren Familien fahren, kann man als Gastschüler bei den Familien neu gewonnener Freunde unterkommen oder an solchen Wochenenden bei einer Gastfamilie oder gegebenenfalls dem lokalen Betreuer wohnen. Gleiches gilt für Feiertage und kurze Schulferien. Vereinzelt gibt es Internate, die internationalen Schülern trotz "exeat", Feiertag oder Kurzferien Wohnraum zur Verfügung stellen können. Manche deutsche Schüler, insbesondere diejenigen, die ihren Schulabschluss im Ausland machen und deshalb sehr lange fern der Heimat leben, reisen zu solchen Gelegenheiten auch schon mal nach Hause.

 

 

Unterbringung im Internat

 

Die Unterbringung der Internatsschüler erfolgt geschlechtergetrennt in speziellen Wohngebäuden, die als "houses" (hauptsächlich in Großbritannien, Irland, Australien sowie Neuseeland), "dormitories" (insbesondere in den USA und neben "houses" auch in Irland) oder "residences" (vor allem in Kanada) bezeichnet werden. Meist trägt jedes Wohngebäude einen Namen. Die Namensgebung dient nicht nur der Unterscheidung, sondern vor allem der Identifikation der Schüler mit ihrem Gebäude. So treten in Australien, Neuseeland und Großbritannien – Harry Potter lässt grüßen – "houses" regelmäßig gegeneinander an. Punkte werden vergeben für Siege bei Sportwettkämpfen, für besondere akademische Leistungen, für ehrenamtliches Engagement oder für positives Sozialverhalten. Der Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt wird auf diese Weise gestärkt. Dieses "House-System" findet man darüber hinaus an einigen Tagesschulen. Hier handelt es sich im Prinzip um "fiktive" Häuser, denen die Schüler zugeordnet werden, da sie ja nicht in "boarding houses" sondern zu Hause leben.

 

Die Unterbringung in den Gebäuden ist wenig luxuriös. Erschrecken darf man z.B. nicht, wenn die Bausubstanz schon etwas älter ist und es durch die Fenster zieht. In manchen Ländern fehlen ausreichende Heizkapazitäten, sodass man vielleicht mit einem dicken Pullover, Wollsocken oder einer Tagesdecke Abhilfe schaffen muss. Die spartanische Einrichtung ist übrigens nicht auf fehlende finanzielle Mittel zur Sanierung zurückzuführen, sondern ist nicht selten pädagogisch gewollt und durchaus auch bei sehr teuren Einrichtungen zu finden. In Bezug auf die Zimmeraufteilung gilt zumeist die Faustregel: Je jünger die Schüler, desto mehr Schüler teilen sich einen Raum bzw. Schlafsaal. Da man als Gastschüler zumeist einer höheren Jahrgangsstufe angehört, lebt man zu dritt oder viert, sehr oft nur zu zweit auf einem Zimmer. Für die Schüler der jeweiligen Abschlussklasse(n) halten viele ausländische Internate sogar Einzelzimmer bereit. Gemeinschaftstoiletten und -duschen liegen auf dem Flur. Der Wohnraum ist eher beengt, die Ausstattung ist praktisch: Jedem Schüler steht ein Bett und Stauraum (z.B. ein Spind, Schrank oder Regal) zur Verfügung – je nach Alter der Schüler auch ein eigener Schreibtisch für Hausaufgaben. In jedem Wohngebäude oder auf den einzelnen Fluren können sich die Jugendlichen in Gemeinschaftsräumen treffen, sich dort unterhalten, einen Film schauen, Gesellschaftsspiele spielen oder einfach nur entspannen.

 

 

Mitbewohner - miteinander leben

 

So wie Schüler in einer Gastfamilie mit den einzelnen Familienmitgliedern auskommen möchten, wird jeder Internatsschüler versuchen, mit seinen Mitbewohnern ein gutes Verhältnis aufzubauen. Gerade das Leben in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen macht einen Internatsaufenthalt für viele Schüler so attraktiv und nicht selten entstehen Freundschaften fürs Leben. Treffen viele Jugendliche aufeinander, läuft jedoch nicht jede Stunde des Tages harmonisch ab. Es mag sein, dass man mit seinem oder einem seiner Zimmergenossen nicht auf einer Wellenlänge liegt, was sich in gegenseitigem Desinteresse, aber natürlich auch in Form von handfesten Streitigkeiten äußern kann. Vielfach wird man Kompromisse eingehen müssen. Zugleich lernt man so, eigenständig Alltagprobleme zu lösen und Konflikte aus dem Weg zu schaffen. Missmut oder Streit kann entstehen, wenn es unterschiedliche Auffassungen gibt über:

 

- Privatsphäre im Allgemeinen
- Ordnung und Sauberkeit (auch Körperhygiene)
- Schlafens- und Ruhezeiten
- Musik- oder Computerlautstärke
- die Benutzung von Privatgegenständen der Mitschüler
- den Verzehr von Lebensmitteln der Mitbewohner.

 

Zu Missverständnissen kommt es nicht selten aufgrund von sprachlichen Verständnisschwierigkeiten oder kulturellen Eigenheiten. Lebt man mit einem einheimischen Mitbewohner zusammen, kann es passieren, dass dieser erst einmal alles besser zu wissen meint, weil er in dem Land zu Hause ist. Oder man teilt sich das Zimmer mit einem internationalen Schüler aus einem anderen Kulturkreis und muss sich einander zunächst "kulturell" annähern.

 

 

Kommunikation ist alles

 

Die neue Wohnsituation im Internat mag einem vor allem zu Beginn sehr spannend vorkommen, aber zugleich unangenehm und gewöhnungsbedürftig sein. Die Privatsphäre ist eingeschränkt und es kann anfangs als sehr anstrengend und stressig empfunden werden, rund um die Uhr von anderen Menschen umgeben zu sein, die alle ihre Bedürfnisse und Launen haben. Vielleicht hilft es, gemeinsam ein paar informelle Absprachen zu treffen. Sollte man sich dennoch ab und zu über seine Mitschüler oder Zimmergenossen ärgern, sucht man in einer ruhige Minute am besten das direkte Gespräch. Und letztlich ist man als Internatsschüler ja auch nicht ganz auf sich allein gestellt. Als Ansprechpartner dienen Personen, denen bestimmte Aufgaben und Verantwortungsbereiche zufallen. Neben den Lehrern und dem Personal, das – wie an privaten Tagesschulen auch – die Schüler während ihrer schulischen Laufbahn begleitet und sie in akademischen Fragen berät, gibt es an Internaten Betreuer, die außerhalb der Klassenräume und Unterrichtsgebäude für die Schüler zuständig sind. Diese Ansprechpartner helfen bei kleinen und großen Sorgen des Alltags, kümmern sich um Ordnung, Sauberkeit und womöglich die Wäsche, sind da, wenn sich jemand unwohl oder krank fühlt, geben Ratschläge, unterstützen bei Hausaufgaben und in akademischen Belangen und können zudem Kontaktpersonen für die Eltern sein. Die Zuständigkeitsbereiche sind dabei meist klar definiert, sodass alle Schüler wissen, mit welchem Anliegen sie sich am besten an welche Person wenden. Das Internatspersonal hat die Aufgabe, die Jugendlichen verlässlich und ganzheitlich zu betreuen und – wie es viele Schulwebseiten im englischsprachigen Raum formulieren – ihnen so ein "Home away from Home" zu bieten: ein Zuhause fern von zu Hause. Die intensiven und allumfassenden Betreuungsstrukturen im nicht-akademischen Bereich, die sich positiv auf das Wohlbefinden der Schüler auswirken, werden vornehmlich in Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland unter dem Begriff "pastoral care" zusammengefasst.

 

 

Bezeichnungen und Begriffe für Bezugspersonen

 

Während an Boarding Schools in Großbritannien und Irland die Bezeichnungen für die Bezugspersonen an fast allen Schulen identisch sind, variieren die Begrifflichkeiten in anderen Ländern mitunter von Schule zu Schule. An britischen und irischen Internaten gibt es "houseparents" oder eine "housemistress" und/oder einen "housemaster", "matrons", "house tutors" und manchmal auch ältere Schüler, die als "head boy / girl" bzw. "prefects", "mentors" oder "shepherds" nach den jüngeren Schülern sehen. Der "housemaster" oder die "housemistress" sorgt sich um das allgemeine Wohlergehen der Bewohner des jeweiligen Hauses und dient als Kontaktperson für die Eltern sowie, wenn notwendig, auch als Mittler zwischen Schüler und Lehrern bzw. Schüler und der Schulleitung. Die Aufgabe der "matron" ist es, sich um die alltäglichen und praktischen Dinge wie Ordnung und Sauberkeit zu kümmern oder mit der Wäsche zu helfen. Sie hat zudem ein offenes Ohr für Kummer und Alltagssorgen. Ein "tutor" übernimmt häufig die Funktion eines Begleiters, der die von ihm betreuten Schüler anleitet, akademische Fortschritte beobachtet und Defizite auszugleichen versucht aber dabei zugleich die Gesamtentwicklung des Schülers als Persönlichkeit und sein Wohlergehen im Auge behält. In Australien und Neuseeland sind die Begriffe an das britische System angelehnt; je nach Schule werden die Ansprechpartner ebenfalls als "housemaster", "matrons" und "tutors" bezeichnet. Darüber hinaus gibt es Umschreibungen wie z.B. "house head", "house dean" oder "house mentor". Ältere Schüler, die jüngeren Schülern zur Seite stehen, werden beispielsweise "peers" oder "prefects" genannt.

 

In Nordamerika existieren ebenfalls diverse Begriffe für das Personal, das sich um die Belange der Boarding-Schüler kümmert. An kanadischen Internaten wird oft als Gruppe auf die Mitarbeiter der Wohnbereiche verwiesen, die als "residential team" oder "residential staff" bezeichnet werden. In den Vereinigten Staaten ist insbesondere die Bezeichnung "dorm parents" als Äquivalent zu den britischen "house parents" geläufig. In beiden Ländern ist es üblich, dass Lehrpersonal mitunter samt Familie in eigenen Wohnungen innerhalb der Wohngebäude der Schüler lebt und die Funktion der "dorm parents" oder "house advisers" erfüllt. Wie in Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland fungieren an vielen nordamerikanischen Internaten Schüler der Abschlussklassen als Ansprechpersonen für die Jüngeren.

 

Egal, wie die Bezeichnungen in den verschiedenen Ländern oder an den einzelnen Internaten lauten, Bezugspersonen sind an jedem Tag der Woche und rund um die Uhr erreichbar. Über die genannten Ansprechpartner hinaus haben an manchen Internaten ausgebildete Seelsorger, wie z.B. ein "priest", "chaplain" oder "minister", ein offenes Ohr für die Probleme der Schülerschaft. Die medizinische Versorgung im Krankheitsfall oder nach Sportverletzungen oder kleineren Unfällen wird von ausgebildeten Krankenschwestern oder -pflegern übernommen, die in Gesundheitszentren auf dem Gelände der Schulen arbeiten oder direkt in die Wohngebäude kommen. Ärzte werden natürlich hinzugezogen oder aufgesucht, wenn dies notwendig erscheint.

 

 

 

Alltag vor Ort im Gastland:

 

Einleben - Verhaltenstipps

 

Gastfamilienalltag - Internatsalltag

 

Wohnen bei einer Gastfamilie

 

Kleidung und Schuluniform - Feiern

 

Schulsysteme und Schuljahr

 

Grafik Privatschueler im Unterricht

 

Spezielle Gastlandinformationen liefern Details rund um die Themen privates Schulsystem
und Schuljahresverlauf
.

 

Vielleicht doch lieber öffentliche Schule? Entscheidungshilfe: Programmvarianten im Schüler-
austausch
nach Gastland.

JuBi - JugendBildungsmesse

Internat im Ausland

 

Die JugendBildungsmesse JuBi ist eine der deutschlandweit größten Spezial-Messen zum Thema Bildung im Ausland. Jugendliche und ihre Eltern können sich dort über Privatschulprogramme und andere Auslandsaufenthalte informieren.

Beratung und Infos

Sie suchen unabhängige Beratung zu Privatschulprogrammen? Die Mitarbeiter von weltweiser beraten individuell.

 

Auf der Suche nach Stipendien für einen Gastschulaufenthalt? Eine frühzeitige Recherche nach Schüleraustausch-Stipendien und WELTBÜRGER-Stipendien kann die eigenen Kosten senken helfen!

 

Kochen mit den Mitschülern oder Gasteltern? Rezepte gibt es in Kitchen 2 Go, dem zweisprachigen Kochbuch mit Lieblingsrezepten von Jugendlichen für Jugendliche.

Ratgeber Auslandsaufenthalte

 

Handbuch Fernweh Cover

 

1. Das Handbuch Fernweh ist der umfangreichste Ratgeber zum Schüleraustausch. Es bietet neben vielen Insider-Tipps, Infos und Links auch Preis-Leistungs-Tabellen von High-School-Programmen für 18 Gastländer.

 

Handbuch Schulwelten Cover

 

2. Handbuch Schulwelten. Der Ratgeber für Privatschulaufent-
halte weltweit. Mit übersichtlichen Service-Tabellen zu Privatschul-programmen in den Gastländern Großbritannien, Irland, USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Das Portal als Buch.

 

Handbuch Weltentdecker Cover

 

3. Handbuch Weltentdecker. Der Ratgeber für Auslandsaufenthalte. Mit übersichtlichen Service-Tabellen für Au-Pair, Freiwilligen-dienste, Gastfamilie werden, Homestay, Jobs, Praktika, Schüleraustausch, Sprachreisen, Studium, Work and Travel.