Donnerstag, 23. November 2017
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Privatschulen Deutschland

Privatschultypen und Privatschulverbände Deutschland

 

 

Privatschulformen

 

In Deutschland gibt es – grob unterteilt – vier Gruppen von Privatschulen:

 

- Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft
- Reformpädagogische Privatschulen
- Internationale Privatschulen
- andere / weitere Privatschulen (größtenteils Mitglieder im VDP)

 

 

Die längste Tradition haben die Privatschulen mit kirchlichem Träger, die circa zwei Drittel aller Privatschulen in Deutschland ausmachen. Katholische Privatschulen haben an diesen zwei Dritteln den deutlich größeren Anteil als evangelische Privatschulen. Somit bilden katholische Schulen in Deutschland die größte Gruppe unter den Schulen in freier Trägerschaft. Die Schulgebühren an Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft sind vergleichsweise gering und liegen in der Regel zwischen 50 und 150 Euro im Monat. Es gibt auch Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft die gar kein Schulgeld erheben. Die Schulen finanzieren sich also nur sehr bedingt über die Schulgebühren – die Gelder stammen aus Zuschüssen der Kirchen und Orden sowie vom Staat. Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft nehmen übrigens auch Schüler anderer Glaubensrichtungen auf.

 

Arbeitskreis Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in der Bundesrepublik Deutschland (AKS)

Arbeitskreis Evangelische Schule (AKES)

 

 

Zu den reformpädagogischen Schulen in Deutschland zählen a) die Freien Waldorfschulen, b) die Montessori-Schulen und c) die Landerziehungsheime.

 

Die erste Waldorfschule wurde 1919 von Rudolf Steiner in Stuttgart gegründet und verankerte die Idee des gemeinsamen Lernens: alle Waldorfschulen sind bis heute Gesamtschulen. Es werden keine Noten vergeben und es gibt kein Sitzenbleiben. Die Schulen folgen der als "Waldorfpädagogik" bekannten Reformpädagogik. In Deutschland gibt es über 230 freie Waldorf- bzw. Rudolf-Steiner-Schulen. Die durchschnittlichen Elternbeiträge für Schulgeld und Investitionen lagen im Jahr 2010 bei monatlich
160 Euro (Quelle: Institut für Bildungsökonomie, Mannheim).

 

Die Montessori-Pädagogik geht auf die italienische Pädagogin und Ärztin Maria Montessori (1870 bis 1952) zurück. Sie maß u.a. dem selbstbestimmten Lernen eine hohe Bedeutung bei und entwickelte neue Unterrichtsformen und Arbeitsmaterialien. Es gibt über 100 weiterführende Montessori-Schulen oder Schulen mit so genanntem Montessori-Zweig in Deutschland; plus noch einmal 300 im Primarbereich. Von den 100 weiterführenden Schulen sind circa 80% in privater Trägerschaft, also private Montessori-Schulen. Es gibt auch Montessori-Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

 

Die Landerziehungsheime wurden Ende des 19. Jahrhunderts vom Reformpädagogen Hermann Lietz gegründet. Bei diesen Privatschulen handelt es sich um auf dem Land gelegene Internatsschulen, die die Idee der ganzheitlichen Erziehung in den Mittelpunkt rücken. Derzeit gibt es knapp 30 Landerziehungs-
heime in Deutschland. Die wohl bekannteste Schule ist sicherlich Schloss Salem.

 

Bund der Freien Waldorfschulen

Dachverband Montessori

Dachverband Landerziehungsheime: Die Internate Vereinigung e.V.

 

 

Internationale Privatschulen in Deutschland orientieren sich meist am amerikanischen oder britischen Schulsystem und nehmen dieses zum Vorbild. Es wird auf Englisch oder bilingual gelehrt und gelernt. Die Lehrer stammen aus verschiedenen Ländern und die Schülerschaft ist ebenfalls multinational. An den Schulen werden ausländische Bildungsabschlüsse wie das International Baccalaureate Diploma erworben. Die ersten dieser internationalen Schulen entstanden bereits Ende der 50er und während der 60er Jahre in Städten wie Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf oder München. Deutsche Familien melden ihre Kinder an internationalen Schulen an, um ihnen ein interkulturelles Lernumfeld zu bieten und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu intensivieren. Ausführliche Informationen zum Thema internationale Privatschulen.

 

Association of German International Schools (AGIS)

 

 

Alle "weiteren" Privatschulen gehören zu großen Teilen dem Verband Deutscher Privatschulen (VDP) an. So auch die meisten internationalen Schulen in Deutschland. Der VDP, gegründet 1901, ist der älteste Privatschulverband Deutschlands. Er fungiert als Dachverband von zehn Landesverbänden. Über sich selbst schreibt der Verband: "Der VDP vertritt freie Bildungseinrichtungen, die im allgemein- und berufsbildenden Bereich, im Bereich Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarktdienstleistungen und Erwachsenenbildung sowie im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen) tätig sind. Der Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zentrale Aufgabe des VDP ist die Sicherung und Stärkung der gesellschaftspolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das freie [nicht-staatliche] Bildungswesen. Der Verband setzt sich für Pluralität und qualitätsfördernden Wettbewerb im Bildungswesen ein. Und er sichert das Grundrecht des Bildungsinteressenten, zwischen unterschiedlichen pädagogischen Konzepten, Bildungsangeboten sowie Bildungsanbietern wählen zu können."

 

Die Mitgliedsschulen des VDP sind also unterschiedlich ausgerichtet, was ihre Schwerpunkte, Lehrmethoden, Bildungsziele und eben ihre weltanschauliche, pädagogische oder konfessionelle Ausrichtung angeht. Sich durch individuelle Konzepte und Profile abzuheben von den staatlichen Regelschulen, ist ja aber eben auch genau das Bestreben einer Privatschule.

 

 

Zahlen und Fakten zum Thema Privatschüler in Deutschland sowie Informationen zur Finanzierung des Privatschulsektors in Deutschland finden sich hier: Statistik Privatschulen Deutschland & Schulgebühren und Finanzierung Privatschulen Deutschland.

 

 

Übergeordneter Dachverband in Deutschland

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS) repräsentiert über 90% aller allgemeinbildenden Privatschulen in Deutschland, da in der Bundesarbeitsgemeinschaft die folgenden fünf Verbände auf Bundesebene zusammenarbeiten: Arbeitskreis Katholischer Schulen, Arbeitskreis Evangelische Schulen, Bund der Freien Waldorfschulen, Verband Deutscher Privatschulen (VDP: inklusive der internationalen Schulen und inklusive der Schulen des Bundesverbands der Freien Alternativschulen). In den Verbänden sind laut AGFS "fast alle allgemein bildenden Schulen in freier Trägerschaft in Deutschland" als jeweilige Mitglieder erfasst.

 


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Interaktiv

Kontakt zu anderen Gastschülern: In der High School Community können sich Jugendliche über das Thema Gastschulaufenthalt austauschen und Antworten auf offene Fragen finden.

 

Im AuslandsForum stellen Austauschorganisationen und Agenturen ihre Programme vor und informieren über Neuigkeiten rund um einen Schulaufenthalt im Ausland.

Beratung und Infos

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Weltbürger-Stipendien Logo

 

Auf der Suche nach Stipendien für einen Gastschulaufenthalt? Eine frühzeitige Recherche nach Schüleraustausch-Stipendien und WELTBÜRGER-Stipendien kann die eigenen Kosten senken helfen!

 

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